Ballonierung der Pulmonalstenose bei Hunden und Katzen

Minimalinvasive Behandlung einer verengten Pulmonalklappe

Kathetergestützte Erweiterung der Pulmonalklappe bei geeigneten Patienten

Ballonierung einer Pulmonalstenose

Diese Seite behandelt die Therapie der Pulmonalstenose mittels Ballonkatheter. Allgemeine Informationen zur Erkrankung selbst, zu Symptomen, Rasseprädispositionen und zur Diagnosestellung finden Sie auf unserer Seite zur Pulmonalstenose bei Hunden und Katzen.

Bei einer Ballonierung wird die verengte Pulmonalklappe im Rahmen eines minimalinvasiven Herzkathetereingriffs erweitert, damit das rechte Herz Blut wieder leichter in die Pulmonalarterie pumpen kann.

Wann wird eine Ballonierung empfohlen?

Eine Behandlung ist vor allem bei hämodynamisch relevanter Pulmonalstenose sinnvoll.

Bei einer hochgradigen Pulmonalstenose mit einem hohen Druckgradienten ist ein Eingriff in der Regel empfohlen. Auch bei manchen mittelgradigen Stenosen kann eine Ballonierung sinnvoll sein, insbesondere wenn zusätzliche Belastungszeichen des rechten Herzens oder eine relevante Trikuspidalklappeninsuffizienz vorliegen.

Ziel der Behandlung: Verringerung der Druckbelastung des rechten Herzens

Typisches Verfahren: Ballonvalvuloplastie mittels Herzkatheter

Vorteil: minimalinvasiv, ohne Eröffnung des Brustkorbs

Wie läuft der Eingriff ab?

Für den Eingriff wird das Tier in Vollnarkose gelegt. Unter Durchleuchtung, also einer speziellen Röntgen-Videoanlage, wird ein Katheter über ein Blutgefäß am Hals oder an der Hintergliedmaße in das rechte Herz vorgeschoben.

Anschließend wird ein geeigneter Ballonkatheter exakt über der Engstelle positioniert und unter hohem Druck aufgeblasen. Dadurch können verwachsene oder verklebte Klappenanteile aufgedehnt werden.

Katheterzugang bei der Pulmonalstenose-Ballonierung

Der Katheter wird in der Regel über die Jugularvene eingeführt und über den rechten Vorhof in die rechte Herzkammer vorgeschoben. Anschließend wird er über die verengte Pulmonalklappe platziert.

Ballonkatheter über der Pulmonalklappe

Der Ballon wird exakt im Bereich der verengten Pulmonalklappe positioniert und anschließend unter Druck entfaltet, um die Engstelle zu erweitern.

Was bewirkt die Ballonierung?

Ziel ist eine deutliche Entlastung des rechten Herzens durch Erweiterung der verengten Klappe.

Nach einer erfolgreichen Ballonierung kann sich die Pulmonalklappe wieder besser öffnen. Dadurch sinkt in vielen Fällen die chronische Drucküberlastung des rechten Ventrikels deutlich.

Besonders gut ist der Effekt häufig bei Klappen, bei denen vor allem Verklebungen oder Verwachsungen vorliegen. Wenn zusätzlich eine ausgeprägte Klappendysplasie mit starker Verdickung und eingeschränkter Beweglichkeit besteht, kann der Behandlungserfolg geringer ausfallen.

Insgesamt führt eine Ballonierung bei vielen betroffenen Hunden zu einer klaren hämodynamischen Verbesserung.

Warum ist Erfahrung bei diesem Eingriff so wichtig?

Die Ballonierung der Pulmonalstenose ist ein spezialisiertes kathetergestütztes Verfahren, das Erfahrung in interventioneller Kardiologie, Narkose und perioperativer Überwachung erfordert.

An der Kleintierklinik der LMU werden solche Eingriffe regelmäßig durchgeführt. Für Besitzer ist das deshalb wichtig, weil neben der technischen Durchführung auch die Auswahl geeigneter Patienten und die Beurteilung spezieller anatomischer Varianten entscheidend sind.

Transösophagealer Ultraschall während des Eingriffs

Wenn die Größe des Patienten es zulässt, verwenden wir während des Eingriffs zusätzlich eine transösophageale Ultraschallsonde. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Schlucksonde, mit der wir die Herzstrukturen direkt aus der Speiseröhre beurteilen können.

Diese zusätzliche Bildgebung hilft uns, die Anatomie der Pulmonalklappe und angrenzender Strukturen noch genauer einzuschätzen. Besonders wichtig ist dies bei Rassen, bei denen spezielle Koronaranomalien vorkommen können, etwa bei Englischen und Französischen Bulldoggen.

Ist der Eingriff gefährlich?

Wie bei jedem Herzeingriff bestehen Risiken, insgesamt ist die Ballonierung aber deutlich weniger invasiv als eine offene Operation.

Da sich der Katheter im Herzen befindet und bei hochgradigen Pulmonalstenosen häufig eine starke Verdickung des Herzmuskels vorliegt, können während des Eingriffs Rhythmusstörungen auftreten.

Deshalb erfolgt die Behandlung unter engmaschiger anästhesiologischer Überwachung durch ein erfahrenes Team. Zusätzlich werden spezielle Defibrillations-Paddles angelegt, damit bei schwerwiegenden Rhythmusstörungen sofort reagiert werden kann.

Nach dem Eingriff

Nach einer erfolgreichen Ballonierung bleiben die Patienten in der Regel zunächst zur Überwachung stationär. Je nach individueller Situation werden Herzfrequenz, Rhythmus, Kreislauf und die echokardiographischen Befunde kontrolliert.

Welche weitere Nachsorge erforderlich ist, hängt vom Schweregrad der Ausgangserkrankung, der Anatomie der Klappe und dem erreichten Behandlungserfolg ab.

Welche Tiere profitieren besonders?

Besonders profitieren meist Hunde mit valvulärer Pulmonalstenose, bei denen die Klappe vor allem durch Verwachsungen eingeengt ist. Bei ausgeprägter Klappendysplasie oder zusätzlichen anatomischen Besonderheiten kann der Effekt begrenzter sein.

Deshalb ist eine gründliche kardiologische Untersuchung vor dem Eingriff entscheidend.

Kosten der Ballonierung

Die Kosten für eine Ballonierung der Pulmonalstenose betragen derzeit ungefähr 2.500 - 3000 Euro und beinhalten in der Regel den stationären Aufenthalt, die Narkose und den Eingriff.

Je nach individuellem Fall, zusätzlicher Diagnostik und Materialbedarf kann es zu Abweichungen kommen.

Weitere Informationen

Für Anfragen oder Terminvereinbarungen können Sie sich auch direkt an die Tierkardiologie der LMU wenden.